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2. Bundesliga – Spannung pur

VfB-Boss angeschlagen – Stuttgart vor ungewisser Zukunft

Stuttgart – Der umstrittene Präsident Wolfgang Dietrich flüchtete in Begleitung von zwei Sicherheitsleuten als einer der Ersten, Interimstrainer Nico Willig hatte Tränen in den Augen.

Unmittelbar nach dem Abpfiff herrschte beim VfB Stuttgart Fassungslosigkeit, auch am Tag nach dem erneuten Absturz in die Zweitklassigkeit steht der Traditionsclub unter Schock. Dietrich meldete sich erst später nach dem 0:0 im Relegations-Rückspiel beim 1. FC Union Berlin mit einem knappen Statement auf der Vereinshomepage zu Wort. In der abgelaufenen Saison sei «praktisch alles schiefgegangen», sagte der 70-Jährige – kündigte aber bereits den Wiederaufstieg an.

«Die wirtschaftlichen sowie strukturellen Voraussetzungen dafür sind gegeben, die Aufarbeitung dieser Spielzeit läuft bereits und die sportlichen Weichen für die Zukunft werden ebenfalls schon gestellt. Der VfB steigt wieder auf!». Derart optimistisch hatte sich kurz nach dem Abpfiff in den Katakomben des Stadions An der Alten Försterei kein Profi oder Verantwortlicher der schwer kriselnden Schwaben geäußert. Noch spät in der Nacht kehrte die Mannschaft per Charterflieger nach Stuttgart zurück.

«Es ist heftig, sehr heftig», sagte Sportvorstand Thomas Hitzlsperger. «Wir haben zu viele Fehler gemacht, deswegen sind wir in der 2. Liga.» Kapitän Christian Gentner sprach von einer «großen Leere» in der Kabine. Keiner sprach – aber was gab es auch zu sagen? Es sei noch gar nicht realisiert, meinte der 33-Jährige. Und Torhüter Ron-Robert Zieler sprach nüchtern aber mit leiser Stimme davon, «dass es unterm Strich einfach nicht gereicht» habe.

Mit der Aufarbeitung wollten Hitzlsperger und Sportdirektor Sven Mislintat schon an diesem Dienstag beginnen. Der erste Spieltag in der 2. Liga steht schon am letzten Juli-Wochenende an. Klar ist, dass Tim Walter dann der neue Trainer sein wird. Der bisherige Coach von Zweitligist Holstein Kiel hatte vor kurzem einen Vertrag für beide Ligen unterschrieben. Das bestätigte der VfB am Dienstagmorgen. Unklar ist dagegen, wie es mit dem umstrittenen Dietrich weitergeht, der bis 2020 gewählt worden ist. Der frühere Unternehmer zieht schon länger den Unmut der Fans auf sich, das dürfte sich nach dem Absturz in die Zweitklassigkeit wohl noch verstärken.

Fotocredits: Sebastian Gollnow
(dpa)

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