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2. Bundesliga – Spannung pur

HSV siegt spät in Dresden und verschiebt Bielefelds Aufstieg

Sandhausen – Der erste Geister-Aufstieg im deutschen Profi-Fußball ist um mindestens eine Woche verschoben.

Tabellenführer Arminia Bielefeld kann nach dem 0:0 beim SV Sandhausen und dem gleichzeitigen 1:0 (0:0)-Erfolg des Hamburger SV bei Dynamo Dresden weder am Samstag auf der Couch noch am Montag mit einem Heimsieg im Nachholspiel gegen Dresden sicher aufsteigen, sondern frühestens am nächsten Donnerstag gegen Darmstadt 98. Mit dem achten Aufstieg wären die Ostwestfalen gemeinsam mit dem 1. FC Nürnberg Rekord-Aufsteiger. Bitter für Bielefeld: Ein Tor von Andreas Voglsammer in der Nachspielzeit wurde wegen minimaler Abseitsstellung nicht gewertet.

Die Hamburger schoben sich mit 53 Punkten nach dem späten Siegtor von Joel Pohjanpalo in der 84. Minute zumindest vorübergehend auf Rang zwei vor dem VfB Stuttgart (52), der am Sonntag im Derby beim Karlsruher SC antreten muss. Auch der Vierte 1. FC Heidenheim (48) hätte im Fall eines Heimsiegs am Samstag gegen Jahn Regensburg noch Chancen auf den Aufstieg.

Wirklich enttäuscht waren die Bielefelder nach dem zwölften Spiel in Folge ohne Niederlage aber nicht. «Natürlich ist ein Punkt in Sandhausen nicht schlecht, aber ich glaube, es wäre heute auch nicht mehr verdient gewesen», sagte Mittelfeldspieler Marcel Hartel: «Jetzt können wir am Montag nicht aufsteigen. Aber wir müssen definitiv ein besseres Spiel abliefern.»

Bei den Hamburgern war die Erleichterung laut Routinier Martin Harnik «natürlich riesig. Aber nach den tragischen Spielverläufen in der jüngeren Vergangenheit war es beeindruckend, dass wir so spät den Siegtreffer geschossen haben.» Vorlagengeber Tim Leibold und Pohjanpalo «haben uns den Arsch gerettet», sagte der 33-Jährige: «Wir haben eine sehr gute Stimmung in der Mannschaft. Aber die Anspannung ist natürlich riesig. Wir wissen, worum es geht und dass wir uns zuletzt selbst im Weg gestanden haben.»

Dresden bleibt nach der bitteren Niederlage Tabellenletzter, der Rückstand auf den Relegationsplatz könnte nach diesem Wochenende im schlimmsten Fall schon fünf Punkte betragen. Sandhausen, das die magische 40-Punkte-Marke erreichte, wäre schon an diesem Wochenende gerettet, falls der SV Wehen Wiesbaden nicht bei Holstein Kiel gewinnt und Karlsruhe verliert.

Bielefeld spielte wie meist nach der Corona-Pause nicht überragend, aber zumindest stabil. «Es ist das erwartet zähe Spiel, aber wir sind ruhig geblieben», sagte Sportchef Samir Arabi zur Halbzeit beim TV-Sender Sky und versicherte, über das Ergebnis in Dresden nicht informiert zu sein: «Wir haben nur uns im Blick. Wir haben noch nicht mal das Handy in der Hand, um nach dem Zwischenstand zu schauen. Wir haben uns eine Ausgangslage erarbeitet, mit der wir nicht auf die anderen schauen müssen.»

Direkt nach dem Spiel in Sandhausen flogen die Bielefelder zurück nach Ostwestfalen, Trainer Uwe Neuhaus hatte sogar eine nächtliche Trainingseinheit erwogen.

Fotocredits: Robert Michael,Uli Deck
(dpa)

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