Der 1.FC Union Berlin möchte das Stadion „Alte Försterei” mehrheitlich zum Eigentum der Fans machen, weshalb der Verein seit dem 1. Dezember 10.000 Aktien im Wert von je 500 Euro seinen Mitgliedern und Sponsoren zur Zeichnung anbietet.
Hunderte Union-Fans standen schon am ersten Tag vor der Geschäftsstelle in Berlin Schlange, um eine Stadion-Aktie für die Alte Försterei zu zeichnen. Bis zum 31. Dezember werden die Aktien noch angeboten, wobei maximal 10 davon an eine Person abgegeben werden. Die Einnahmen sollen in den Bau der neuen Haupttribüne fließen, die mit 15 Millionen Euro zu Buche schlägt. Maximal 5 Millionen Euro können also über die Aktien-Anteile eingenommen werden, wodurch sich das Stammkapital der neu gegründeten Aktiengesellschaft von 3,5 auf 8,5 Millionen Euro erhöhen soll.
Durch die Mitfinanzierung der neuen Haupttribüne, will der Präsident des 1. FC Union Dirk Zingler, den Mitgliedern des Vereins die Möglichkeit bieten, selbst zu einem Teil Eigentümer der Heimspielstätte zu werden und somit noch näher am Lieblingsverein zu sein. Was Kritiker als Ausnutzung der der Fan-Sympathie bezeichnen, scheint jedoch hervorragend zu funktionieren. Um die Fußballkultur zu erhalten, womit der 1.FC Union Berlin für die Stadion-Aktie wirbt, scheinen die Anhänger und Mitglieder weniger kritisch zu sein und stellen das Geld gerne und wohlwollend zur Verfügung. Ein greifbarer Gegenwert ist nicht vorhanden, auch wenn den Aktien-Käufern Mitbestimmungsrechte eingeräumt und Gewinnausschüttungen zugesprochen werden, insofern sich solche realisieren lassen. Denn der 1. FC Union Berlin steht bekanntermaßen dem Kult näher als dem Kommerz und somit handelt es sich bei den Aktien vielmehr um eine Wert- als um eine Geldanlage.
Nach den ersten Tagen lässt sich feststellen, dass die Mitglieder und Sponsoren des 1. FC Union Berlin das Angebot gerne annehmen und so sind bereits nach 3 Werktagen über 4000 Aktien gezeichnet worden. Damit ergibt sich jetzt schon eine gezeichnete Kapitalerhöhung von 2.000.000 Euro, was über 36 Prozent des Kapitals der Stadion AG zum Besitz der Vereins-Anhänger macht. Wenn das Projekt in der verbleibenden Zeichnungsfrist maximal vollendet werden kann, ist die „An der Alten Försterei” AG die erste Stadiongesellschaft im deutschen Profifußball, welche mehrheitlich den Vereinsmitgliedern und Sponsoren gehört.