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2. Bundesliga – Spannung pur

Hansa Rostock: Ohne Fans nach St. Pauli

Der F.C. Hansa Rostock fährt am Sonntag ohne Fans nach St. Pauli. Nach Gesprächen mit den Fanvertretern wird der Verein nicht die von der Hamburger Polizei genehmigten 500 personalisierten Sitzplatzkarten in den Verkauf geben. Ein Protest ist geplant.

In der Vergangenheit ist es während der brisanten Nord-Duelle zwischen dem F.C. Hansa Rostock und dem FC St. Pauli fast immer zu Ausschreitungen gekommen. Die Hamburger Polizei hat nun reagiert und vor der Partie am kommenden Sonntag am Millerntor das Kartenkontingent für Hansaanhänger auf 500 personalisierte Sitzplätze limitiert. Hansa steht nach der Entlassung von Trainer Dieter Eilts auf Tabellenplatz 15 der 2. Bundesliga und plant einen Protest.

Hansa Rostock fährt ohne Fans

In Vorgesprächen mit dem FC St. Pauli hatte Hansa ein Karten-Kontingent von 1400 Sitz- und Stehplätzen angestrebt, die Nachfrage war allerdings viel größer. Das von der Polizei verfügte Angebot ist für den Verein nun nicht mehr tragbar. Mit Fanvertretern hat Hansa jetzt vereinbart, die 500 Karten nicht in den Verkauf zu geben und stattdessen nur sieben Personen (die Rostocker Zahl) nach Hamburg fahren zu lassen. Diese sollen im Gästeblock große Plakate und Transparente verteilen und den Block vor Anpfiff der Partie verlassen. Der Rostocker Zuschauerbereich würde somit vollkommen leer bleiben.

Hansa Rostock existentiell bedroht

Mit der Aktion in Hamburg will der F.C. Hansa auf das bundesweite Problem der Gewalt beim Fußball aufmerksam machen. Ob man die Gewalt jedoch mit Kartensanktionen in den Griff bekommt, ist für den F.C. Hansa Rostock fraglich. Der Verein befürchtet im Falle erneuter Ausschreitungen Sanktionen, die die Existenz des Vereins gefährden. „Ein eventuelles Geisterspiel in Rostock wäre der finanzielle Kollaps für den F.C. Hansa Rostock“, hieß es in der Pressemitteilung.

Gewalt beim Fußball

Der Hass zwischen den beiden Fangruppen der Nordclubs sitzt tief. Schwere Krawalle und Ausschreitungen sind immer wieder Folge der Zweitligaspiele. Beim letzten Aufeinandertreffen wurden 27 Polizisten verletzt und 23 Hansaanhänger in Gewahrsam genommen. Regelmäßig muss die Polizei mit Wasserwerfern, Schlagstöcken und Pfefferspray anrücken, um die Fangruppen voneinander zu trennen. Der F.C. Hansa Rostock verschließe seine Augen auch nicht davor, dass es in der Vergangenheit bei Spielen gegen den FC St. Pauli zu Vorfällen von beiden Seiten gekommen sei, heißt es weiter in der Pressemitteilung. Der Verein appelliert nun an alle Beteiligten, ihre verhärteten Fronten aufzulösen und eine deutschlandweite Diskussion in Gang zu bringen. „Wir alle dürfen es nicht zulassen, dass sich die Spirale von Gewalt und Repressionen immer weiter dreht. Das wäre der Untergang für den Fußball.“